Ein Schatzfund konstantinischer Folles aus Celje more

In: Arheološki vestnik 35, 1984, pp. 325-336.

EIN SCHATZFUND KONSTANT1NISCHER FOLLES AUS CELJE PETER KOS nv, X Narodna banka Slovenije, Ljubljana Im Herbst des Jahres 1978 wurden bei archaologischen Untersuchungen eines antiken Gebaudes im Zentrum von Celje an der Ecke der Stane- und der Gubecgasse an der Innenseite der Wand des antiken Raumes 116: spatantike Bronzemunzen entdeckt. Die Folles lagen auf einem Haufen und waren einst vermutlich der Inhalt einer Geldborse, die zerfallen war. Der zur Ganze erhalten gebliebene Fund wird im Pokrajinski muzej in Celje verwahrt. KATALOG Abkiirzungen C — Constantinus I. C II — Constantinus II. Cn — Constans Cp — Constantinopolis Cs — Constantius II. D — Delmatius H — Helena " UR — Urbs Roma Literaturverzeichnis RIC — P. M. Bruun, The Roman Imperial Coinage, Vol. 7 — Constantine and Licinius (313—337), London 1966. J. P. C. Kent, The Roman Imperial Coinage, Vol. 8 — The Family of Con- stantine I. (337—364), London 1981. Voetter — O. Voetter, Katalog der Sammlung Gerin, Wien 1921. 325 tbeveri 330—331 TRS • RIC 529 330—333 TR (?) RIC 523—548 337—340 GLOR-IA EXERC-ITVS TRS/J^ RIC 82 lugdunum 337—340 GLOR-IA EXERC-ITVS SLG _Y_ RIC 22 arelate 337—340 GLOR-IA EXERC-ITVS (?) AR (?) G_ RIC 57 roma 330 RFe RIC 332 333—335 GLOR-IA EXERC-ITVS RQT RIC 352 335—336 R * Q RIC 370 336 GLOR-IA EXERC-ITVS RQT RIC 382 RQ(?) RIC 384 337—340 K^e RIC 40 12 13 Cs Cs/Cn R * S GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 25 SECVRITAS REIP RIC ? 14 15 16 17 18*—20 21 CII Cs Cs Cs C II Cs aquilei a 337—340 ■ AQP • AQP AQS AQS AQP AQS AQ (?) AQP 11 11 Q GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 11 RIC 13 RIC 20 RIC 21 RIC 25 RIC 33 22* siscia 330—333 ASIS 334—335 GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 219 GLOR-IA EXERC-ITVS 23—25 C ASIS RIC 235 26 C II •eSIS• RIC 236 27 Cs • ASIS • RIC 237 28 Cn • ASIS ■ RIC 238 29 D • rsis • RIC 239 30 UR • rsis ■ RIC 240 31 Cp ■ BSIS • RIC 241 335—336 GLOR-IA EXERC 32,* 33 C ASIS RIC 252 eSIS 34* Cs rsis RIC 254 35 D BSIS RIC 256 337 GLOR-ZA EXERC-ITVS 36, 37* C ASIS * RIC 261 eSIS * 38,* 39 C II eSIS * RIC 262 40* Cn ASIS * RIC 264 41* D BSIS * RIC 266 337- -340 GLOR-L4. EXERC-ITVS 42, 43* C II ASIS ^ r RIC 95 eSIS o JL 44 Cs ASIS<o> P R/C 97 45, 46 Cn ASIS >o> P RIC 99 ASIS o P 47*—50 Cn BSISo _P_ RIC 100 rsis ^ P 51, 52 C II eSIS p d 7/"* dc rciC od (?) SIS p 53* Cs rsis p _*_ RIC 86 54—56 Cn ASIS p r RIC 88 BSIS P 57—59 Cs ■ ASIS • p r RIC 101 60, 61 Cs • ASIS • p * . RIC 102 •eSIS • p 62—64 Cn BSIS p RIC 103 '• rsis • P 65 Cn (?) SIS (?) p r RIC ? 347 VICTOR-IA AVGG 66* Cn * BSIS $ p RIC 181 347- ■348 VICTORIAE DD AVGG Q Nl 67* Cn rsis RIC 183 thessalonica 330- -333 GLOR-7A EXERC-ITVS 68, 69 C II SMTSB RIC 184 328 SMTSr 70—73 Cs SMTSr RIC 185 74 UR SMTSe RIC 187 75 Cp SMTSA ric 188 337—340 uf ;v glor-£A exerc-itvs 76—79 Cs SMTSB RIC 56 SMTSr (3 Stuck) heraclea 330—333 GhOR-IA EXERC-ITVS 80,81 C • SMHA RIC 116 • SMHB 82 CII • SMHI" RIC 117 83* Cp SMIir RIC 120 333—336 GLOR-ia EXERC-ITVS 84 C SMHr * RIC 136 336—337 GLOR-ia EXERC-ITVS 85 C SMHr RIC 150 constantinopolis 330—333 GLOR-IA EXERC-ITVS 86—88 C CONSB RIC 59 CONSA CONS (?) 89,90 C CONSA RIC 59 CONS (?) 333—335 GLOR-IA EXERC-ITVS 91 CII CONSr • RIC 74 92 Cn CONSIA ■ RIC 76 93* UR CONSe RIC 78 329 94* 95 96 97 98 CII Cs Cs UR Cn CONSI CONSS 336—337 coNsr CONSZ 337—340 CONS(?) RIC 81 var. Voetter 101, Nr. RIC 82 GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 139 RIC 143 GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 45 99 100 101 C Cs UR nicomedia 330—335 SMNA SMNA SMNe GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 188 RIC 191 RIC 195 c yzicus 331—334 102 103 104 105 106 107 108 CII SMKr C II SMK (?) Cs SMKr 335—336 UR * SMKA 336—337 Cs SMKB Cn SMKA 337—340 Cn SMKr GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 80 RIC 81 RIC 85 RIC 118 GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 140 RIC 142 GLOR-IA EXERC-ITVS RIC 18 330 UNBESTIMMT 324—330 109 110 111 112 113 114,115 116 H Cp CII CII Cs Cn ? 330—335 335—337 337—340 SECVRITAS REIPVBLICAE RIC ? RIC ? GLOR-IA EXERC-ITVS RIC ? GLOR-IA EXERC-ITVS RIC ? RIC ? RIC ? RIC ? Tab. 1: Fundzusammensetzung Tab. 1: Sestava najdbe Unbe- Summe Tre Lug Are Rom Aq Sis Tes Her Con Nic Cyz stimmt 324—337 C 8 4 5 1 18 C II 1 3 2 1 2 2 1 12 Cs 1 2 4 2 1 2 12 Cn 1 2 1 1 5 D 3 3 H 1 1 UR 1 1 1 1 2 1 1 8 Cp 1 1 1 1 1 1 6 337—348 C II 4 4 1 9 Cs 1 1 1 4 7 4 1 19 Cn 1 15 1 1 2 20 Cp 1 1 Unbe- stimmt 1 1 2 Summe: 8 46 12 6 13 116 331 Der Fund bringt keine numismatischen Besonderheiten oder Neuheiten. Alle Fundmiinzen sind vorzuglich erhalten und weisen keinerlei Anzeichen von Abniitzung auf, die wahrend des Umlaufs entstehen wurde. Der Homogene Fund enthalt Folles, die in einer Zeitspanne von ungefahr achtzehn Jahren in den Geldumlauf gelangten. Die alteste Miinze ist ein etwas korrodierter Follis des Typs Securitas Reipublicae, gepragt fur Helena in der Zeit von 324—330. Ausser einigen Folles des Typs Constantinopolis und Urbs Roma bilden den Kern des Fundes die zwischen den Jahren 330 und 340 gepragten Folles des Typs Gloria Exercitus des Constantinus und seiner drei Sohne. Von der folgenden Serie ist im Fund nur der Constans-Follis des Typs Victoria Augg vertreten. Die starke, von 347—3481 gepragte Emission Victoriae DD Augg Q NN ist gleichf alls nur mit einem Constans-Follis vertreten. Die zwei Munzen beider Emissionen, die in der dem Fundort nachstgelegenen Miinzstatte Siscia gepragt wurden, gelangten in den Fundkomplex unmittelbar nach dem Beginn der Pragung der Emission Victoriae DD Augg Q NN, am wahrscheinlichsten bereits im Jahr 347. Aufgrund beider Folles der Miinz- statte Siscia lasst sich demnach feststellen, dass der Fund mit dem Jahr 347 abschliesst und hochstwahrscheinlich bald darauf auch in die Erde kam. Im Fall einer spateren Vergrabung wiirde man namlich im Fund eine grossere Anzahl von Folles der Emission Victoriae DD Augg Q NN erwarten, die vor der Reform des Jahres 348 auch in der Miinzstatte Siscia massenhaft gepragt wurde.2 Interessant ist die Struktur des Fundes, worin sjch die Gesetzmassigkeiten des damaligen Geldumlaufs abzeichnen, der grosse Homogenitat aufweist. Die schweren Folles mit einem Durchschnittsgewicht von 3,05 g aus der Pragezeit 324—330 sind infolge ihres grosseren Gewichts im Sinne des Greshamschen Gesetzes im Geldumlauf der Mitte des 4. Jahrhunderts kaum noch vertreten. Sie stellen nur 0,86 % des Gesamtfundes dar. Stark reprasentiert sind die etwas leichteren Folles aus der Pragezeit 330—335, doch es iiberwiegen die nach dem Jahr 335 gepragten Folles mit einem Durchschnittsgewicht 1,62 g.3 Eine ahnliche Struktur weisen auch andere Funde auf, die ungefahr zur glei- chen Zeit abschliessen.4 Im Fund Bruckneudorf,5 der knapp vor der Munzreform im Jahr 348 schliesst, sind die vor dem Jahr 330 gepragten Folles nur mit 0,91 °/o vertreten.6 Der ahnlich vor der Munzreform im Jahr 348 abschliessende Fund Dobrotin auf Kosovo enthalt nur nach dem Jahr 330 gepragte Folles.7 Im Fund Dubrovnica in Makedonien, der bald nach 340 vergraben wurde, stellen die vor dem Jahr 330 gepragten Folles nur 2,9 % des Ganzen dar.8 Der um das 340 vergrabene Fund Aba umfasst nur nach dem Jahr 330 gepragte Munzen.9 Der bald nach dem Jahr 335 abgeschlossene Follesfund aus Emona enthalt nur nach dem Jahr 324 gepragte Munzen.10 Die grossen, um das Jahr 335 abschliessenden Funde Nagyteteny und Bikic-Do weisen einen unerhe- blichen Anteil der Munzen auf, die vor 318 gepragt wurden.11 Desgleichen sind die vor dem Jahr 318 gepragten schweren Folles im Fund aus Flavia Solva, der unmittelbar nach dem Jahr 324 abschliesst, ausserordentlich seltsam.12 Die oben angefuhrten Fakten zeigen also recht deutlich, dass in den letzten drei Jahrzehnten der ersten Halfte des 4. Jahrhunderts die Munzen durchschnittlich nur zehn Jahre im Umlauf waren, in seltenen Fallen hochstens zwanzig Jahre. 332 Tab. 2: Anteil der Miinzstatten in den einzelnen Prageperioden Tab. 2: Delez kovnic v posameznih obdobjih Tre Lug Are Rom Aq Sis Tes Her Con Nic Cyz 330—335 2 2 12 8 5 10 3 3 335—337 3 8 1 2 3 337—340 1 1 1 3 8 24 4 1 1 340—348 2 Summe 3 1 1 8 8 46 12 6 13 3 7 Tab. 3: Prozentueller Anteil der Miinzstatten Tab. 3: Zastopanost kovnic v odstotkih Westliche Italische Balkanische Ostliche 330—335 4,4 4,4 55,5 35,5 335—337 17,6 52,9 29,4 337—340 6,8 25,0 63,6 4,5 Die Analyse des Anteils der Miinzen aus den einzelnen Miinzstatten in unserem Fund zeigt, dass in alien drei Prageperioden, 330—335, 335—337 und 337—340 Miinzen aus der dem Fundort nachstgelegenen Miinzstatte Siscia iiberwiegen (Tab. 2). Die westlichen Miinzstatten sind sparlich vertreten (Tab. 3), was wegen der geographischen Lage des antiken Celeia verstandlich ist. Der niedrige pro- zentuelle Anteil der Miinzen aus den italischen Miinzstatten iiberrascht nicht, denn die Miinzstatte in Aquileia war zwischen 324 und 334 nicht in Betrieb.13 Die balkanischen Miinzstatten sind in alien drei Zeitabschnitten zusammen mit iiber 50 Prozent vertreten, wahrend die ostlichen, besonders Constantinopolis, verhaltnismassig stark, namentlich in der Pragezeit 330—337, aufscheinen.1* Ahnliches gilt auch fur die sporadischen Miinzfunde aus dem Bereich von Celje.15 Dem Fund von Celje am nachster liegt der Follesfund aus Emona, der zwar ungefahr zehn Jahre vorher abschliesst, aber eine erheblich andersartige Struktur zeigt, denn die westlichen und italischen Miinzstatten sind nahezu gar nicht vertreten.16 Der andersartige Anteil der Miinzstatten im Bereich von Emona verglichen mit jener aus Celje wird auch durch sporadische Miinzfunde untermauert.17 Der zeitlich nachste, doch ziemlich nordostlich gelegene Fund von Bruckneudorf weist einen ahnlichen Anteil der Miinzstatten auf wie jener von Celje, doch mit betrachtlich grosseren Anteil der westlichen.18 In den iibrigen oben erwahnten Funden ist der Anteil der Miinzstatten vollig geo- graphisch bedingt.19 Bevor wir festzustellen versuchen, warum der Fund vergraben wurde, wol- len wir in Kiirze den historischen Hintergrund der Zeit, in der die Miinzen im Umlauf waren, betrachten.20 333 Constantinus bestimmte in seinem Testament, das Imperium nach dem tetrarchischen Prinzip abermals unter vier Herrscher aufzuteilen, bzw. Macht- gleichgewicht zwischen seinen drei Sohnen Constantinus, Constantius und Con- stans sowie seinem Neffen Delmatius zu schaffen. Von den Sohnen sollte der alteste, Constantinus (Caesar seit dem 1. Marz 317), in Gallien, Hispanien und Britannien herrschen, Constantius (Caesar seit dem 8. November 324) sollte die asiatischen Provinzen und Agypten bekommen, der jungste, Constans (Caesar seit dem 25. Dezember 333), aber Afrika, Italien sowie die Pannonische und die Dazische Diozese. Sein Neffe Delmatius sollte die Herrschaft iiber den vor- wiegenden Teil der Balkanhalbinsel haben. Der Plan des Constantinus verwirklichte sich nicht. Nach seinem Tod in der Nahe von Nicomedia am 22. Mai 337 wurden vom romischen Senat alle drei Sonne des Constantinus erst am 9. September 337 als Augusti ausgerufen. Schon vorher erschlug das Heer in Constantinopolis (das Delmatius, den Neffen des Constantinus, nicht als Augustus haben wollte) die beiden Briider des Constan- tinus, Delmatius und Iulius Constantius, sowie sechs Neffen, darunter auch Delmatius und Hannibalianus und merzte so mit Ausnahme von Constantius Gallus und Iulianus, den Sohnen des Iulius Constantius, die Theodora-Linie der konstantinischen Familie aus. Dies geschah wahrscheinlich in stiller Uberein- kunft mit Constantius, der sich damals in Constantinopolis aufhielt. Constantinus, Constantius und Constans teilten danach auf einem Zusam- mentreffen in Pannonien das Imperium untereinander auf. Jeder erhielt den ihm bereits vom Vater bestimmten Bereich. Constantius fiel ausserdem noch die Thrakische, Constans aber die Makedonische Diozese zu. Constantinus er- hielt kein neues Territorium, er iibernahm hingegen eine Art Vormundschaft iiber den damals kaum vierzehnjahrigen Constans. Und das war der Grund fur die Unstimmigkeit zwischen den beiden Augusti, die ihren Hohepunkt An- fang des Jahres 340 erreichten. Damals fiel Constantinus unerwartet aus Gallien nach Italien ein und drang zum Balkan vor, der unter Constans' Herrschaft war. Im April 340 geriet er bei Aquileia in den Hinterhalt von Constans' Heer und wurde erschlagen. Constans gewann damals auch die Herrschaft iiber den westlichen Teil des Imperiums, der bis zu jener Zeit im Besitz des Constantinus gewesen war. Bald darauf besiegte er die Sarmaten, dann im Jahr 341—342 die Franken, im Jahr 343 war er in Britannien. In den nachsten Jahren folgte relativer Frieden. Wir konnen also feststellen, dass die Vergrabung des Miinzschatzfundes im Celeia nicht mit den damaligen historischen Ereignissen verkniipft werden kann, denn zur Zeit der Vergrabung des Fundes, im Jahr 347 oder unmittelbar darauf, herrschte Friede auch im Bereich von Celje. Im Siidostalpenraum gibt es auch keine anderen Miinzschatzf unde, die in diesem Zeitabschnitt abschliessen und so auf irgendwelche gewaltsamen Ereignisse hindeuten wurden. Des- gleichen weisen die sporadischen Miinzfunde aus dem Bereich Sloweniens zu dieser Zeit keine Besonderhciten auf. Der Grund dafiir, dass der Fund in dieser Zeit in die Erde gelangte, muss also im personlichen Schicksal des Eigentumers des Geldes gesucht werden. Den Fund konnen wir als Inhalt einer Geldborse interpretieren, mit dem der Besitzer seine taglichen Bedurfnisse befriedigte. Uber den Grund, warum die Geldborse damals im Raum des Gebaudes ver- blieb, sind wir auf Vermutungen angewiesen. 334 Wenn wir mit der Analyse des Miinzschatzes aus dem Bereich von Celeia schon keine bestimmten historischen Ereignisse illustrieren konnen, ist jedoch der Schatzfund ein umso interessanteres Dokument iiber die Struktur des Geldes, das zu jener Zeit im Raum der Siidostalpen in Umlauf war. 1 J. P. C. Kent, RIC 8, 34. R. A. G. Carson, P. V. Hill and J. P. C. Kent, Late Roman Bronze Coinage, A. D. 324— 498, London 1960 stellen die Pragung die- ser Serie in den Zeitabschnitt 341—346. 2 J. P. C. Kent, RIC 8, 362 ff. 3 J. P. C. Kent. RIC 8, 60 ff. Auf das schnelle Verschwinden der schweren Folles aus dem Umlauf verweist auch B. Overbeck, Hamburger Beitrage zur Numismatik 24—26, 1970—72 (1977), 343. 4 Eine Evidenz fur das gesamte Impe- rium legt J. P. Callu vor, Inventaire des tresors de bronze constantiniens (313—- 348), Numismatique Romaine 12, Wette- ren 1981, 11—68. 5 G. Dembski, Zwei romische Miinz- schatzfunde aus Osterreich, Num. Zeit- schrift 89, 1974, 5—17 setzt den Ab- schluss in die Zeit bald nach 346. Uber die Miinzreform s. J. P. C. Kent, RIC 8, 34 ff. 6 Detaillierte Zusammensetzung des Fundes s. Anm. 18. 7 E. Cerskov, Kasnoanticka ostava iz Dobrotina u Kosovu (Le depot de basse antiquite de Dobrotin a Kossovo), Glas- nik muzeja Kosova i Metohije 7—8, 1962, 317—338. 8 A. Keramitciev, Eden naod na docno- rimski moneti od selo Dubrovnica, Kri- vopalanecko (A Recent Discovery of Late Roman Coins in the Village of Dubrov- nica, near Kriva Palanka), Numizmaticke vijesti 14, 1967, 9—15. 9 M. Csanky, Az abai eremlelet (Der Miinzfund von Aba), Numizmatikai Kbz- lony 34—35, 1935—36, 68—70. 10 Der Fund von 50 Folles aus dem nordlichen Graberfeld von Emona wird von E. Nowotny nur erwahnt: Das romi- sche Graberfeld an der Wiener Strasse in Laibach, Mittheilungen des Musealvereins fur Krain 18, 1905, 188—198. P. Kos, Fundmiinzen der romischen Zeit in Slo- uenien (FMRS), 155/57 (in Druck). 11 Nagyteteny: A. Alfoldi, II tesoro di Nagyteteny, Rivista Italiana di Numis- matica 34, 1921, 113—190. Bikic-Do: C. Brenot, Le tresor de Bikic-Do, Sirmium 8, 1978, 7—98. 12 G. Dembski, Ein romischer Miinz- schatzfund aus Flavia Solva, Num. Zeit- schrift 90, 1975, 7—43. 13 C. H. V. Sutherland, RIC 7, 390 ff. 14 Uber die Problematik der Distri- bution der Miinzen aus den einzelnen Pragestatten vgl. C. E. King, The Value of Hoards and Site Finds in Relation to Monetary Circulation, Studien zu Fund- miinzen der Antike 1, 1979, 79—98. D. Kienast, Der Miinzfund von Ankara 270— 310 n. Chr. Studien zu Besonderheiten des Geldumlaufes im Ostteil und West- teil des Imperiums, Jahrbuch f. Numis- matik u. Geldgeschichte 12, 1962, 65—112. P. Bruun, Site Finds and Hoarding Be- haviour, Scripta Nummaria Romana. Essays Presented to H. Sutherland, Lon- don 1978, 114—123. J.-P. Callu, La cir- culation monetaire de 313 a 348, Actes du 8eme congres de numismatique. New York—Washington, Sept. 1973, Paris/Ba- sel 1976, 227—242. R. Reece, Bronze Coi- nage in Roman Britain and the Western Provinces, A. D. 330—412, Scripta Num- maria Romana. Essays Presented to H. Sutherland, London 1978, 124—142. J. P. C. Kent, RIC 8, 94. 15 P. Kos, FMRS 340. Bei der Fest- stellung des Anteils der Miinzen aus den einzelnen Mtinzstatten beriicksichtigen wir die im Zeitabschnitt 305—337 geprag- ten Miinzen. Die westlichen Mtinzstatten sind mit 4,76'%)', die italischen mit 22,22 »/o, die balkanischen mit 41,26 «/o und die ostlichen mit 31,7 */o beteiligt. 16 P. Kos, FMRS 155/57. Der prozen- tuelle Anteil der Miinzen aus den ein- zelnen Mtinzstatten in den einzelnen Zeit- abschnitten ist wie folgt: Westl. Ital. Balk. Ostl. 324—330 57,8 42,10 330—335 10,34 58,62 31,03 17 P. Kos, FMRS 150. Wir beriicksich- tigen die bis 335 gepragten Folles. Die westlichen Mtinzstatten sind nicht betei- ligt, die italischen sind mit bescheidenen 6,29 %» vertreten, die balkanischen mit 52,08 lVo und die ostlichen mit 41,60 %>. Vgl. auch P. Kos, Die romischen Fund- miinzen, in: L. Plesnicar-Gec, Early 335 Christian Center in Emona, Katalogi in monografije 21, Ljubljana 1983, 96 ff. M. Mackensen, Die romischen Fundmiin- zen, in: T. Ulbert (Hrsgb.) Ad Pirum (Hrusica), Miinchner Beitrage zur Vor- und Friihgeschichte 31, 1981, 147 ff. Eine detaillierte Analye der Distribution der Miinzen einzelner Miinzstatten fur den Bereich der Siidostalpen ist in Vorbe- reitung: P. Kos, Denarni obtok v antiki na jugovzhodnoalpskem prostoru. (Der Geldumlauf in der Antike im Siidostal- penraum). 18 Der prozentuelle Anteil der Miinz- statten in den einzelnen Zeitabschnitten: Westl. Ital. Balk. Ostl. 330—335 8,69 10,86 41,30 39,13 335—337 22,22 18,51 22,22 37,03 337—340 9,37 18,75 42,18 29,68 340—348 5,0 23,33 68,33 3,33 19 Der Fund Aba weist in der Pra- gezeit 330—337 folgende Anteile der Miinzstatten auf: die westlichen sind mit 3,92 <>/o beteiligt, die italischen mit 5,88 °/o, die balkanischen mit 54,90 °/o und die ostlichen mit 37,25 %. Im Prageabschnitt 337—340 sind die westlichen Miinzstatten nicht beteiligt, die italischen sind mit 9,67 •/», die balkanischen mit 83,87 "/o und die ostlichen sind mit 6,45 % betei- ligt. Im Fund Nagyteteny sind die west- lichen Miinzstatten mit 4,89 %», die ita- lischen mit 8,69 <Vo, die balkanischen mit 68,32 •/« und die ostlichen mit 18,08 °/o vertreten. Im Fund Bikic-Do sind die westlichen Miinzstatten mit 7,08 "/o, die italischen mit 26,89 %>, die balkanischen mit 64,35 °/o und die ostlichen mit be- scheidenen 1,16 % beteiligt. Im Fund Du- brovnica und Dobrotin sind — zweifellos geographisch bedingt — nur balkanische und Sstliche Miinzstatten vertreten. 20 Fur Einzelheiten vgl. E. Stein, Ge- schichte des spatrdmischen Reiches I, Wien 1928, 378 ff. A. H. M. Jones, The Later Roman Empire, Oxford 1964. Ders. The Decline of the Ancient World, Lon- don 1966. A. Piganiol, L'empire Chretien, Paris 1972,2 81 ff. Fur Einzelpersonen s. A. H. M. Jones, J. R. Martindale, J. Morris, The Prosopography of the La- ter Roman Empire 1, Cambridge 1971. ZAKLADNA NAJDBA KONSTANTINSKIH FOLISOV IZ CELJA Povzetek Jeseni leta 1978 so med arheoloskimi raziskovanji anticne stavbe v srediscu Celja na vogalu Stanetove in Gubceve ulice ob notranji strani zidu anticnega pro- stora odkrili 116 kasnoanticnih bronastih novcev. Folisi so lezali na kupu in so bili nekoc verjetno vsebina mosnjicka, ki je razpadel. Najdbo, ki je v celoti ohranjena, hrani Pokrajinski muzej v Celju. Najdba ne prinasa numizmaticnih posebnosti ali novosti. Vsi novci v najdbi so odlicno ohranjeni in ne kazejo znakov obrabe, ki bi nastala med krozenjem v de- narnem obtoku. Homogena najdba vsebuje folise, ki so prihajali v denarni obtok v razdobju priblizno osemnajst let. Jedro najdbe sestavljajo med leti 330 in 340 kovani folisi tipa Gloria Exercitus Konstantina in njegovih treh sinov. Od naslednje serije je v najdbi zastopan le Konstansov folis tipa Victoria Augg. Mocna serija Victoriae DD Augg Q NN, ki so jo kovali v casu 347/348, je zastopana le s Konstansovim folisom najdiscu najblizje kovnice Siscia. Oba najmlajsa novca sta prisla v sklop najdbe neposredno po zacetku kovanja serije Victoriae DD Augg Q NN, najverjetneje ze leta 347, saj bi v primeru kasnejsega zakopa v sestavu najdbe pricakovali vecje stevilo folisov tipa Victoriae DD Augg Q NN, ki je bila pred reformo leta 348 tudi v kovnici Siscia kovana v velikih kolicinah. Zakop novcnega zaklada v anticni Celeji ne moremo povezati s tedanjimi histo- ricnimi dogodki, saj je v casu zakopa najdbe, leta 347 ali neposredno zatem, mir tudi na sirsem podrocju Slovenije. Najdbo moremo interpretirati kot denarnico, v kateri je bil shranjen denar, s katerim je lastnik zadovoljeval svoje vsakdanje potrebe. Vzrok, zakaj je mosnjicek tedaj ostal v prostoru stavbe, je treba iskati v osebni usodi njegovega lastnika. Ce z analizo novcnega zaklada s podrocja Celeje ne moremo ilustrirati nekih hi- storicnih dogodkov, je zakladna najdba toliko bolj zanimiv dokument o strukturi denarja, ki je bil tedaj v obtoku na prostoru jugovzhodnih Alp. 336 Taf.l (Foto: S. Habic) T.l
x

Log In

or reset password

Reset Password

Enter the email address you signed up with, and we'll send a reset password email to that address

Academia © 2012